Kirchen

Kirchen als sakrales Bauwerk des Christentums.

Kirchen der Welt - Carmel MissionSüdlich von Monterey liegt an der Route Nr. 1 die kleine Ortschaft Carmel. Der Name stammt von der Bucht, in der das Örtchen liegt und dem darin mündenden Rio del Carmelo. Der Ort an der Pazifikküste wurde 1904 von Künstlern gegründet, hat aber eine wesentlich längere Geschichte. Denn in Carmel befindet sich auch eine fast 300 Jahre alte Missionsstation.

1542/43 entdeckte der im Dienst der spanischen Krone stehende portugisische Seefahrer Juan Rodriguez Cabrillo die kalifornische Küste und nahm sie für seinen Auftraggeber in Besitz. benannt wurde das Land nach einer Insel voller Schätze aus einem zu der Zeit beliebten Roman. Cabrillo fand jedoch kein Gold, was das Land für Spanien wenig attraktiv machte. Erst im 18. Jahrh. begann die planmäßige Kolonisierung des Landes. Dann erst begann der Franziskanermönch Junipero Serra mit der Bekehrung der Indianerstämme und errichtete dabei eine Kette von 21 Missionsstationen. In diesen Zeitraum viel auch die Gründung der Missionsstation von Carmel.

1771, lange vor den Künstlern, entdeckten die Franziskaner den Reiz der Bucht und verlegten ihre Mission von Monterey dorthin. Diese Freude an der Natur war natürlich nicht der einzige Grund für diesen Umzug. Sie sahen die moralische Standfestigkeit der frisch getauften Indianer in der Militärkolonie voller rauer spanischer Soldaten von Monterey gefährdet. Im jahr 1775 wurde in Carmel die erste Kapelle errichtet, die aber 20 Jahre später einem größeren, noch heute existierenden Gebäude wich. Die Mission diente zunächst den Padres Crespi und Junipero Serra, durch deren Wirken die Kette der Missionsstationen in Kalifornien entstand, bis zu ihrem Tod 1782 und 1784 als Hauptquatier für ihre Missionsarbeit. Die Gebeine der beiden Geistlichen befinden sich noch dort. Serra wurde übrigens 1988 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.

Gartenkunst Im 19. Jahrh. wechselte Kalifornien mehrfach den Besitzer. Zunächst wurde es Teil Mexikos, nachdem dieses 1821 die Unabhängigkeit von Spanien erlangt hatte. In der danach durchgeführte Säkularisierung verloren die Missionen ihren Landbesitz, meist an Oligarchen. 1846 rief eine kleine Gruppe amerikanischer Siedler die freie Republik Kalifornien aus, die im amerikanisch-mexikanischen Krieg von den USA annektiert wurde. Nach der Niederlage und dem Frieden von Guadalupe musste Mexiko große Gebiete abtreten, darunter Kalifornien. Im gleichen Jahr setzte ein erster Goldrausch ein, was hundertausende von Abenteurer anlockte und die Bevölkerung von wenigen Tausend auf über 250 000 explodieren ließ. 1850 trat Kalifornien als 50. Bundesstaat den USA bei. Auch an der Missionstation von Carmel gingen diese Ereignisse nicht spurlos vorbei. Mit der Säkularisierung zerfiel Carmel jahrzehntelang. 1884 nahm sich der Geistliche Casanova der Ruinen an. Er leitete eine Restaurierung ein, der jedoch nur ein durchwachsener Erfolg beschieden war. Erst 1936 wurde die Mission umfassend und sachkundig wieder instand gesetzt. Beispielsweise konnte der Glockenturm gerettet werden, so dass Carmel die einzige aller kalifornischen Missionen ist, die noch ihren originalen Glockenturm besitzen. Heute gilt die Anlage als eine der schönsten Beispiele für Sakralarchitektur in Kalifornien.

Übrigens

HongkewEs überrascht nicht, dass sich hier auch ein Visitor Center befindet. Der Besucher kann sich die schöne Anlage mit vielen Beeten ansehen. Es gibt auch eine Sammlung über die Geschichte der Missionen in Kalifornien, bei der sich der Besucher historisch weiterbilden und informieren kann.