Kirchen

Die Kirche Nossa Senhora do Monte.

Kirchen der Welt - MonteDer Baubeginn der Kirche Nossa Senhora do Monte datiert zurück bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts im Jahr 1741. Nach 7 Jahren Bauzeit wurde sie im Jahr 1748 fertiggestellt jedoch just durch ein Erdbeben noch vor der feierlichen Weihe zerstört. Die Kirche wurde in den Folgejahren schließlich wieder aufgebaut und konnte letztlich im Dezember 1818 geweiht werden. Die Igreja de Nossa Senhora do Monte gehört heute zu den bedeutensten Pilgerstätten auf der portugiesischen Insel Madeira. Neben ihrer Stellung als bedeutender Walfahrtsort finden jährlich im August (15. August, Maria Himmelfahrt) feierliche Prozessionen (christliche Festzüge aus mehreren Menschengruppen) statt. Der Weg von und zur Kirche über die große Freitreppe mit ihren 68 Stufen werden während dieser Prozessionen zu Ehren der Jungfrau Maria ausschließlich auf Knien zurückgelegt. 
Neben diesen wichtigen Prozessionen, die an der katholischen Walfahrtskirche jährlich abgehalten werden, befindet sich außerdem noch eine bedeutende Marienstatue, die sogenannte "Maria vom Berg". 
Was wenige heute jedoch noch wissen: der letzte österreichische Kaiser, Karl I. von Habsburg, liegt hier in einem für einen Kaiser unüblichen, kargen Grabmal begraben. Karl I. wurde nach dem 1. Weltkrieg aus seinem Land verbannt und flüchtete mit seiner Familie ins Exzil. Der Kaiser hier sein letztes Lebensjahr, als er am 9. November 1921 in Funchal ankam. 1922 verstarb der verbannte Kaiser im Kreise seiner Familie, die mit ihm noch sein letztes Lebensjahr in dem Herrenhaus "Quinta Gordon" oberhalb der katholischen Kirche verbrachte, als er schließlich an einer Lungenentzündung dahinschied. Sein Grabmal in der Kirche ist ein äußerst karger, metallener Sarg nebst einem größeren Kruzifix.

Quinta Gordon © C.M.M. - Fotolia.comAuf der Hauptstadt der portugisieschen Insel Madeira Funchal befinden sich zahlreiche, vorwiegend katholische Kirchen und Kapellen, so auch die Kirche Nossa Senhora do Monte. Der Name der Stadt Funchal mit ihren über 100.000 Einwohnern leitet sich vom Gewächs Fenchel (port. funcho), der den Portugiesen bei der Entdeckung ihrer Insel besonders stark auffiel. Im Ort Monte auf einem Berg gelegen erreicht man die Kirche entweder über die vielen Stufen der Freitreppe oder bequem über eine Seilbahn vom nahegelegenen großen Botanischen Garten "Monte Palace Tropical Garden" aus, der auf dem Hügel "Caminho das Babosas" gelegen ist, welcher ebenfalls absolut einen Besuch wert ist. Ein kleinerer Botanischer Garten befindet sich direkt in Monte. Früher (Anfang des 20. Jahrhunderts) brachte Touristen noch eine dampfgetriebene Zahnradbahn auf den Hügel bei Monte. Nach mehreren Unfällen mit dieser Bahn gab es jedoch Überlegungen nach einem alternativen Transportmittel, so wurde knapp 100 Jahre später eine moderne Seilbahn errichtet.

Übrigens

HongkewEine breite Freitreppe führt zu drei Bodengängen der auf einem Berg gelegenen katholischen Walfahrtskirche. Das Hauptschiff der Kirche wird zu den Seiten von Glockentürmen flankiert. Auffällig sind die unverputzten Stellen (Ecken, Kanten, Schrägen, Fenster) der Kirche an denen der dunkelgraue Tuffstein farblich deutlich hervortritt.
Über das hinter den drei Bodengängen befindliche Hauptportal gelangt man ins Hauptschiff des Gotteshauses. Auf dem Hauptaltar der Kirche ist ein Bild der heiligen Jungfrau Maria aufgestellt. Dahinter befindet sich opulente, barokke Ornamentik (Goldtäfelung, Marmorwände- und säulen) vor, die Jesus bei seiner Auferstehung zeigt. Davor ist der Priesteraltar aufgestellt mit 3 Stühlen mit Blick zur Gemeinde.
Auffällig sind besonders mehrere gläserne, elegante Kronleuchter, die im Hauptschiff von der Decke hängen. Im Gegensatz dazu ist im linken Flügel der letzte Kaiser von Östereich, Karl I. von Habsburg in einem äußerst kargen, eisernen Grabmal aufgebahrt.