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Sehenswürdigkeiten in Lwiw, Ukraine

Kirchen der Welt - UkraineLemberg (ukrainisch: Lwiw) ist eine Stadt in der West-Ukraine, ca. 80km von der polnischen Grenze entfernt. Die Altstadt, die auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes verzeichnet ist, ist architektonisch vor allem durch Gebäude der Renaissance, des Barock, des Klassizismus’ und auch des Jugendstil geprägt. Neben verschiedenen anderen Sehenswürdigkeiten bietet Lemberg vor allem schöne Sakralbauten, wie zum Beispiel die St.-Andreas-Kirche und die Maria-Magdalena-Kirche. Abgesehen von den Klöstern und Kirchen ist aber auch das Waffenmuseum einen Besuch wert.
Die St.-Andreas-Kirche gehörte ursprünglich zum ehemaligen Bernhardinerkloster, welches 1509 vom moldawischen Woiwod Bogdan III dem Einäugigen überfallen und gebrandschatzt wurde. Die Kirche wurde in ihrer jetzigen Form Anfang des 17. Jahrhunderts im Stile des italienisch-holländischen Manierismus gebaut und 1630 geweiht. Da der Gebäudekomplex sich außerhalb der Stadtmauern befand, verfügte er über eigene Befestigungsmauern nach Süden und Osten, die aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu großen Teilen zerstört wurden. 1733 wurden dem Gebäudekomplex ein Glockenturm und 1763 eine Statue des Heiligen Johannes von Dukla hinzugefügt, der 1484 in dem Kloster gestorben war. Zwischen den Jahren 1738 und 1740 waren die Räumlichkeiten der Kirche Gegenstand ausführlicher Renovierungsarbeiten im barocken Stil. Die Kirche konnte sich dem Einfluss des österreichischen Herrschers Joseph II entziehen, der sie schließen wollte, musste aber Teile des Interieurs dem Stadtarchiv überlassen. Nachdem die Kirche im Zweiten Weltkrieg von Sowjets geschlossen wurde, gehört sie seit 1991 dem ukrainisch-griechisch-orthodoxen St.-Basilius-Orden und wurde noch einmal vollständig renoviert.

UkraineDie römisch-katholische Kirche der Heiligen Maria Magdalena befindet sich im westlichen Teil der Altstadt neben dem Lwiwer Polytechnikum. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde sie für den Dominikanerorden erbaut und vereint architektonische Elemente der Renaissance und des Barock. 1704 wurde die Kirche von den kriegerischen Schweden geplündert und teilweise zerstört, bereits 1758 wurde sie aber renoviert. Ein Kirchenschiff wurde hinzugefügt und eine neue barocke Fassade mit zwei Türmen, die mit Statuen des Heiligen Dominik und des Heiligen Hyazinth dekoriert sind, wurde errichtet. Außerdem wurde eine Altartafel eingebaut, die Szenen aus dem Leben der Heiligen Maria Magdalena zeigt. Während der Herrschaft Josephs II wurde das Gebäude als Kirche geschlossen und ab 1738 als Gefängnis genutzt. 1880 wurden Treppen und ein Balkon im oberen Stockwerk hinzugefügt, 1889 neue Turmspitzen samt einer Kirchenglocke im südlichen Turm. 1923 wurde die Kirche dem Polytechnikum überschrieben und eine Orgel der Gebrüder Rieger wurde installiert. Während der Sowjet-Regierung blieb die Kirche zwar länger geöffnet als die meisten anderen Kirchen in Lwiw, musste aber 1962 doch schließen. Es wurde vieles aus der Kirche entwendet, die Seitenaltäre und der Ambon wurden zerstört, nur die Orgel und der Altar blieben unbeschädigt. 1969 wurde die Kirche der Lwiwer Philharmonie übertragen, die sie zu einer Konzerthalle umfunktionierte. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die Gemeinde wiederbelebt, doch da die Kirche immer noch zum staatlichen Besitz gehört, müssen die Gemeindemitglieder die Räumlichkeiten anmieten, um dort die Heilige Messe zu zelebrieren.


Übrigens

UkraineNeben einem weiteren Sakralbau, der Kirche und dem Kloster der Kapuziner, welche 1708 von der polnischen Edeldame und Mäzenin Elzbieta Helena Sieniawska in Auftrag gegeben und 1718 fertiggestellt wurden, ist auf jeden Fall das Waffenmuseum der Ukraine im Königlichen Arsenal Lemberg einen Besuch wert. Nicht nur die Architektur ist interessant, sondern auch die Geschichte des Gebäudes. Das Lwiwer Arsenal ist das älteste von drei historischen Waffenlagern. In seiner jetzigen Form wurde es zwischen 1554-56 erbaut und besteht aus einem rechteckigen, zweistöckigen Gebäude mit einem kleinen achteckigen Turm an der Nordseite. Zur Zeit seiner Errichtung war das Arsenal an die Stadtmauern angeschlossen und enthielt eine Folterkammer. Nachdem es im 18. Jahrhundert im Großen Nordischen Krieg von den Schweden zerstört worden war, jedoch sofort wiederaufgebaut wurde, befindet sich im Arsenal heute das ukrainische Waffenmuseum.