Weihnachten im Heiligen Land

Basilica of the Annunciation, Nazareth

Basilica of the Annunciation, Nazareth © zatletic - Fotolia.comIm heiligen Land, in Israel, in der Stadt Bethlehem finden wir den Ort, an dem Jesus Christus zur Welt gekommen sein soll. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn diese Ereignisse bis heute dazu führen, dass der 25. Dezember kein gewöhnlicher Arbeitstag ist, auch wenn das Land nicht vorrangig christlich geprägt ist. Der Name, den die Christen dem Staat Israel mit der Bezeichnung „Heiliges Land“ gegeben haben, bezeichnet auch seinen Stellenwert für Pilger aus aller Welt, die es vor allem während der Weihnachts- und Osterzeit hierher an den Ort des Geschehens zieht. Besonders dann ist Israel ein Schmelztiegel vieler Religionen und Kulturen.
Viele spirituell orientierte Menschen wollen die Höhle besuchen, in der die Geburt des Kindes stattgefunden haben und auf deren Boden sich ein 14-zackiger Silberstern befinden soll. Doch schon die Christen sind sich uneins, an welchem Tag Christi Geburt tatsächlich gewesen sein soll. Unter den Protestanten und Katholiken ist es zwar Konsens, dass das Weihnachtsfest am 25. Dezember gefeiert wird, griechische, koptische und syrische Christen jedoch feiern das Geburtsfest des Herrn auf Epiphanias am 6. Januar, armenische Christen sogar noch einige Tage später am 18. Januar.
Doch welches Datum auch immer für die einzelnen Glaubensrichtungen bindend ist, es gibt ebenso viele Traditionen, die sich herausgebildet haben und die auch in Israel das spirituelle Leben zum Jahreswechsel bestimmen.
Die christlichen Glaubensgemeinschaften geben sich also in der Geburtskirche förmlich die Klinke in die Hand, wenn sie ihr Weihnachtsfest auch in den Gottesdiensten zu unterschiedlichen Zeiten begehen.
Die Festmahlzeiten sind ebenso variantenreich wie das Datum. Den mit Pfeffer, Muskatnuss und Zimt zubereitetem Truthahn, der mit Reis Pinienkernen und Mandeln gefüllt wird, finden wir an erster Stelle.

covercity ©  Igor AdolphDie Geschenke der Kinder dürfen erst am Weihnachtsmorgen vor dem Frühstück geöffnet werden, wie es früher auch in der westlichen Welt üblich war, ehe der Heilige Abend zur Geschenkübergabe genutzt wurde.
Im Anschluss besuchen Familienangehörige oder Freunde sich gegenseitig um sich Weihnachtsgrüße zu überbringen. In der Dämmerung intonieren die protestantischen Christen auch auf den Straßen Weihnachtslieder, während bei den Katholiken die Gottesdienstbesucher von den Priestern mit Weihwasser gesegnet werden. Die Hauptzeremonien der katholischen Kirche finden in der St. Katharinenkirche statt, die sich direkt neben der Geburtskirche befindet. Hier wird bereits in der Heiligen Nacht mit den Messfeiern begonnen.
Die Feierlichkeiten der armenischen Christen finden ebenfalls in räumlicher Nähe zur Basilika der Geburt Jesu statt.
In der orthodoxen Kirche finden Familiensegnungen am 6. Januar statt, indem das Kreuz vor dem anschließenden Segen ins Wasser getaucht wird. Das gesegnete Wasser nehmen die orthodoxen Christen mit nach Hause und dort verzehrt jedes Familienmitglied drei Teile davon, ehe mit dem Essen begonnen werden darf.

Straßen und Gassen sind feierlich beleuchtet und auch in der Nähe der Höhle werden Feierlichkeiten und Prozessionen abgehalten. In der Kirche wird eine Figur des neugeborenen Christus gezeigt und angebetet. Auch kleinere Schauspiele, deren Inhalt sich wie bei unseren Krippenspielen mit Jesu Geburt beschäftigen, werden auf den Straßen und Plätzen der Stadt gerne gezeigt.